Der Landgasthof Altenrath in Marialinden bleibt in Familienhand

Endlich sind die Gerüchte über die Zukunft des Landgasthofes Altenrath verstummt.

Nach über 47 Jahren haben Helmut und Ursula Altenrath den Gasthof an ihre Tochter Petra übergeben. Somit bleibt der über 100-jährige Betrieb in Familienhand.

Helmut und Ursula freuen sich über das Engagement ihrer Tochter und ihrem Partner Mario und wünschen den Beiden viel Erfolg für die Zukunft. Sie bedanken sich recht herzlich bei ihren Gästen für ihre jahrelange Treue und Verbundenheit.

Ganz ohne geht es für Helmut und Ursula, von heute auf morgen, nicht. Sie werden den neuen Kneipiers über die Schulter sehen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. So schnell wird sich der Helmut seine Montagsrunde nicht nehmen lassen und wir müssen die vielen alten Geschichten nicht missen.

Bereits in den letzten zwei Jahren haben sich Petra und Mario erfolgreich ins Geschäft eingebracht. In enger Zusammenarbeit mit dem Bürgerkomitee Marialinden haben sie Veranstaltungen geplant und ins Leben gerufen. Z. B.

  • Adventszick op Kölsch, weihnachtliche Stimmung Kölscher Mundart
  • De Familich mit Motto-Abenden, die zum Mitsingen einladen
  • Kut nom Dom, Fest rund um die Pfarrkirche
  • Etc.

Die Tradition des Landgasthofes Altenrath wird mit gewohnt gut bürgerlicher Küche fortgeführt. Freitags stehen Reibekuchen, in verschiedenen Variationen, auf der Karte. Das bekömmliche, sehr leckere Päffgen-Kölsch wird seit 1883 gebraut und gibt es inzwischen täglich frisch vom Fass.

Geschmückter Saal der Gaststätte Altenrath

Geschmückter Festsaal

Was wäre Marialinden ohne den Saal Altenrath? Er bietet Platz für Gesellschaften von 20 bis 130 Personen. Für jeden Anlass und Geldbeutel das perfekte Menü und individuelle Dekoration.

Ein Anreiz besonderer Art bietet auch der malerische Biergarten, mit Blick auf die Dom-Spitzen, der Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung.

Selbstverständlich bleibt „der Altenrath“ auch weiterhin den zahlreichen Ortsvereinen nahe verbunden. Das Vereinslokal des TUS Marialinden e.V., Theaterverein Marialinden, Quartettverein Sangesfreunde Marialinden, KG Jecke Märjelingener, Spaßorchester „Blos met“ , IG Karnevalszug und viele mehr.

Über 100 Jahre Landgasthof Altenrath

Eine Chronik des Hauses Pilgerstraße 26 in Marialinden

Gaststätte Altenrath - Historische Hauptstraße Marialinden

Gaststätte Altenrath - Historische Hauptstraße Marialinden

Marialinden – Großes Richtfest vor über 100 Jahren in und an der Gastwirtschaft und Metzgerei Josef Altenrath: Die beiden Kirchtürme der Pfarrkirche St. Mariä Heimsuchung Marialinden waren vollendet, die Kirche insgesamt um ein Joch erweitert. Große Stimmung aber auch im Hause Altenrath. Die Erbauer der Kirche hatten gleichzeitig aus den früheren Fachwerkgebäude eine schmucke Gastwirtschaft und Metzgerei in fester Bauweise errichtet. Damals noch ein Novum und zugleich Wagnis in Marialinden. Übrigens bewarben sich damals im Ort sieben Gastwirte um die Gunst der Mitbürger.

An so exponierter Stelle, unmittelbar an der Kirche, gewann das Haus Altenrath eine gewisse Sonderstellung, zumal ein Saal für öffentliche Veranstaltungen hinzukam.

 

Der Hauskauf

Am 7. Juli 1898 hat der 1866 in Meegen geborene Josef Altenrath mit notarieller Urkunde von den Eigentümern Ludwig Hürholz und Wilhelm Küpper das Anwesen nahe der Kirche, Wohnhaus mit Tanzsaal und Stallung und verschiedene Grundstücke für Gesamtkosten von 14.181,49 Mark erworben.

Die Konzession zu einem Gaststättenbetrieb hatte er vorsorglich bei der Gemeindeverwaltung Overath schon am 13. Oktober 1897 eingeholt.

Ungewöhnlich war nicht nur, dass dieser Mann ohne bare Geldmittel ein solches Risiko einging, er baute auch noch dazu gleichzeitig mit Finanzierung durch die Spar- und Darlehnskasse das anderthalbstöckige Fachwerkhaus in massiver Bauweise um, ein Novum im Ortsbereich Marialinden. In der Form war das Gasthaus Altenrath bis zum weiteren Umbau 1968 durch den jetzigen Besitzer Helmut Altenrath bekannt.

 

Das Richtfest

Damals führten die Bauarbeiten nach Feierabend jene Facharbeiter aus, die die beiden Kirchtürme und die Festfassade der Marialindener Pfarrkirche

errichteten, eine von Prälat Stiefelhagen und den Pfarrern Esch und Ommer durchgezogene Kircherweiterung. Statt eines barocken Dachreiters erhielt die Kirche nach Plan des Kölner Architekten Theodor Kremer die beiden weithin sichtbaren und seither für Marialinden charakteristischen Kirchtürme.

Allein, Gaststätte und Metzgerei schienen Josef Altenrath keine ausreichende Existenzgrundlage und so erwarb er nach und nach noch landwirtschaftliche Flächen zur Nutzung für Weidewirtschaft.

Die Schankerlaubnis hatte die Gemeinde übrigens damals mit der Maßgabe erteilt, dass sich Josef Altenrath bereit erklärte, den halbverfallenen Tanzsaal wieder herzurichten, weil die Gemeinde im Ort Marialinden eine Möglichkeit für Versammlungen und Feste gesichert haben wollte.

Die Dorffeste und Vereinsveranstaltungen fanden von da ab nicht mehr in einem Saal in Landwehr, sondern in Marialinden selbst statt.

Der älteste Sohn Josef führte später die Metzgerei im Hause, eröffnete dann aber 1932 einige Häuser weiter eine neue Metzgerei.

Der jüngste Sohn Heinrich führte ab 1935 Gaststätte und Landwirtschaft. Gasthaus und Saal wurden von ihm im überkommenen Sinne weiter betrieben.

In der Folge wurden noch mehrere Umbauten vorgenommen. Das Geschäft weitete sich mehr und mehr aus. Es erfreute sich im weiten Umkreis großer Beliebtheit. Dazu trug nicht unwesentlich Frau Maria Altenrath bei.[/one_half]

 

Übergabe in jüngere Hände

Von den sechs Kindern – drei Söhne und eine Tochter leben noch – übernahm 1964 Helmut Altenrath mit Ehefrau Ursula das elterliche Anwesen.

Helmut Altenrath war überzeugt, dass dem Gaststättengewerbe als Dienstleistungsangebot immer mehr Bedeutung zukomme und entschloss sich, so jung er noch war, schon bald darauf zur Erweiterung und Modernisierung der Gaststätte. Die neuen Räume konnten 1968 der Öffentlichkeit mit großem Zuspruch vorgestellt werden. Eine neue Ära dieses geselligen Treffpunktes für Vereine und private Veranstaltungen begann.

 

Ein neues Domizil

Ein neues Kapitel der Betriebsentwicklung wurde 1995 aufgeschlagen, als in die Räume der Gaststätte nach entsprechendem Umbau die Raiffeisenbank einzog. Und im ehemaligen Stallgebäude entstand mit unmittelbarer Anbindungen an den renovierten Saalbau eine neue Gaststätte von besonderem Zuschnitt, die sofort die Gäste überzeugte und ein echter Magnet wurde.

Ein Anreiz besonderer Art ist seitdem auch der Biergarten hinter der neuen Gaststätte. Diesen ganzen Weg sind seine Ehefrau Ursula und die Kinder mitgegangen.

Am Leben und Treiben in und um den Landgasthof Altenrath hat sich nichts geändert: das Haus Altenrath ist ein wichtiger geselliger Treffpunkt.